Was bleibt von einem ganzen Konferenztag, wenn man abends nach Hause fährt? Bei Sassan Sangsari war es ein Gedanke aus der Keynote von Prof. Dr. Alena Buyx auf der Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft. Offiziell ging es um KI in der Medizin, doch am Ende dachte er gar nicht mehr an Technologie, sondern an Licht und Schatten...
Die Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2026 in der Handelskammer Hamburg hat viele Zukunftsthemen aufgegriffen – von Digitalisierung bis KI in der Medizin. Der Gedanke, der mich jedoch mit nach Hause begleitet hat, kam aus der Keynote von Prof. Dr. Alena Buyx.
Sie sprach über den Dual-Use-Charakter medizinischer KI. Technologien, die Krankheiten heilen oder genetische Defekte entschlüsseln können, schaffen zugleich Wissen, das auch missbraucht werden kann.
Während ich zuhörte, musste ich irgendwann gar nicht mehr an KI denken.
Ich musste an Licht und Schatten denken.
Wir richten unseren Blick fast automatisch auf das Licht. Auf bessere Diagnosen. Neue Therapien. Mehr Lebensqualität. Genau deshalb treiben wir Innovation voran.
Doch jedes Licht wirft einen Schatten.
Je größer der medizinische Fortschritt, desto größer wird auch die Verantwortung für das Wissen, das wir in die Welt bringen. Erkenntnisse lassen sich nicht wieder zurücknehmen. Ich musste dabei an Dürrenmatts Die Physiker denken – an die unbequeme Einsicht, dass manche Gedanken die Welt allein dadurch verändern, dass sie gedacht wurden.
Vielleicht bedeutet verantwortungsvolle Innovation genau das: nicht den Schatten zu fürchten, sondern ihn von Anfang an mitzudenken.
Für mich war das der wertvollste Gedanke dieses Tages.
Über den Autoren
Sassan Sangsari ist studierter Mediziner und Philosoph. Durch seine Tätigkeit für das ARIC vertieft er sein Verständnis über Künstliche Intelligenz in der Medizin. Er ist Ansprechpartner für Themen rund im KI in der Medizin und AI Sandboxes.



